Schabracken

Nee, nee, nee, so schön die Geburt des Schabrackentapirs1 im Gondwanaland ist, und so bedeutend sie für den Erhalt weltweiter Schabrackentapirpopulationen in-situ und ex-situ ist, so wenig stimmt die Aussage:
„Dieser Zuchterfolg (...) zeigt (...) einmal mehr, dass sich die Tiere in Gondwanaland wohlfühlen“.
Wenn man etwas aus der Geschichte der Zoos gelernt haben muss, dann doch wohl, dass sich Tiere dort auch unter Haltungsbedingungen fortgepflanzt haben, die man heute wohlbegründet als nicht mehr akzeptabel ansieht.
Die Tiger in der sogenannten Leipziger Tigerfarm haben sich über Jahrzehnte hinweg munter vermehrt. Heute traut man sich gerade noch, leopardengroße Raubtiere dort zu halten und auch das ist grenzwertig und wird künftig ja auch durch Ersatzneubauten aus der Welt geschafft!
Es mag sein, dass sich die Tiere im Gondwanaland wohlfühlen, noch wohler würden sie sich vielleicht fühlen, wenn sie auch mal das große weite Himmelszelt über sich haben könnten, aber das wäre Geschwafel, ein Beweis für Wohlbefinden ist Vermehrung jedenfalls noch lange nicht - und zwar auch beim ach so sapiensen Menschen nicht.

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 15.02.2013



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1Ich kann den Frust von Funny van Dannen keinesfalls teilen, der da auf seinem Album „Authentic Trip“ (2005/Trikont) singt:

„Ich wollte ein Okapiposter.
Und was schenkst du mir?
Das ist kein Okapi –
das ist ein Schabrackentapir!“

Ist doch auch schön!

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Quellen: