Streik!

Nein, machen Sie sich keine falschen Hoffnungen, nicht ich streike - Tierpfleger haben gestreikt und die Frage „Dürfen die das?“ ist die Steigerungsform von „alles andere, als fest“: nämlich überflüssig.
Natürlich dürfen Tierpfleger streiken, erst recht, weil heute das, was man gemeinhin als Festanstellung betrachtet, oft genug auf ganz perfide Art hintenrum zu Lasten der Arbeitnehmer sukzessive verschlechtert wird: Arbeitszeiten, Arbeitslöhne, Arbeitsbedingungen, das sind alles keine Faktoren mehr, die über ein Arbeitsleben hinweg tendenziell besser werden.
Das Gegenteil ist der Fall, aber selbst wenn es anders wäre, jeder Arbeitnehmer1 hat das Recht sich zu organisieren und für seine Rechte zu kämpfen, es gibt sogar Situationen in denen jeder Arbeitnehmer die Pflicht hat, dies zu tun: Wenn der Arbeitgeber aus einem Tarifverbund austreten möchte, zum Beispiel. Die Zustimmung der Betriebsräte zu solchen Schritten wird oft mit herbeigeredeter, übertriebener und deshalb falscher Solidarität der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber erkauft.
Die Pflichten der Arbeitgeber werden hingegen heutzutage gerne mal klein geredet und als Rechtfertigung muss dafür in der Regel irgendeine medial aufgeblasene Krise herhalten, die angeblich das Unternehmen bis in seine Grundfesten erschüttert.
Ich finde es erschütternd, wenn ein Zoodirektor, in seiner Rolle als Arbeitgeber, öffentlich verkündet, er halte nichts davon, wenn Tierpfleger streiken. Selbst wenn es der Job des Arbeitgebers ist, Tiere zu halten, dann kann er hier mal sich selbst - zurückhalten!
Streiken darf jeder und all diejenigen, die in sozialen oder gemeinnützigen Einrichtungen arbeiten, in denen Schutzbefohlene unter einem Streik leiden könnten, werden nur auf eine Art und Weise streiken, die das Wohlbefinden ebenjener nicht beeinträchtigt.
Wenn das die Phantasie eines Arbeitgebers übersteigt, und dies ruchbar wird, dann ist es höchste Zeit für einen Streik, der ebendies beweist!

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 01.06.2013



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1Zum Thema Arbeitnehmer und Arbeitgeber macht sich Patrick in „Die Rettung des Baiji“, auf Seite 40, so seine ganz eigenen Gedanken.