Berlin, Berlin, wir bleiben in Berlin

Ein Bundespolitiker einer nicht weiter erwähnenswerten Lobbyistensplitterpartei fordert, der Tierpark Berlin möge geschlossen oder verkauft werden.
Zeitgleich outet sich Richard David Precht als Liebhaber des Tierparks.
Recht haben sie beide.
Wenn der Tierpark endlich seine Stärken ausspielen würde, dann bräuchten dauerhaft keine Steuergelder in dem Ausmaß in ihm versenkt werden, wie bisher.
Die Zoolandschaft entwickelt sich rasant. Die Landschaft im Tierpark existiert nur außerhalb der Gehege. Von wegen „größter Landschaftstiergarten in Europa“!

Im Zoo Berlin gibt es jetzt Tropenbärenaquarien, in denen der Wasserstand so niedrig ist, dass gerade mal ein Bärenarsch da reinpasst. In den alten Gräben konnte ein Bär auch mal abtauchen.
Der Wechsel verschiedener Einsichtsmöglichkeiten in Tiergehege, der auch komplett materiefreie Sicht für den Besucher auf das Tier vorsieht und damit ergänzende Geruchs- und Geräuscherlebnisse ermöglicht, gehört heutzutage zum ganzheitlichen Tiererlebnis im Zoo eigentlich untrennbar dazu. Bei den Tropenbären im Zoo Berlin nicht! Immerhin gibt es jetzt für die Bären mehr Naturboden. Mehr Platz nur bedingt! Trockengelegt waren die alten Gräben regelmäßig auch immer wieder neu zu erkundendes Gebiet. Der Wasserverbrauch pro Bärenpo sinkt allerdings enorm.

Bundesfraktionspolitiker einer Partei, die uns duzt, als wäre sie ein unmögliches Schwedisches Möbelhaus und die sich ökologisch nennt, gleichzeitig aber nicht scheut, völlig verschwurbelter Naturromantik anzuhängen, haben zum Thema Delfine vom Direktor des Nürnberger Tiergartens eine Stellungnahme1 erhalten, die jeder und jedem in den Ohren widerhallen sollte, der oder die glaubt, „grüne“ Politik zu machen.
Für Menschen, die sich für die Natur als solche interessieren, ist diese Partei beinahe nicht mehr wählbar!

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 01.07.2013



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1Tiergarten - Magazin für Zoointeressierte, 3/2013, Seite 56-57.

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Quellen: