Zoodirektor Berlin News

Der Weg ist frei - aber er wird steinig.

Man kann nur hoffen, dass der Aufsichtsrat nicht - vermeintlich einfach - nach altem Muster ausschließlich die Zoo-Kader nach einem Nachfolger durchforstet und dass er sich andererseits nicht - ebenso vermeintlich einfach - verleiten lässt, die Wege der derzeitigen medialen Vorzeigezoos zu kopieren.
Einfach wird es nämlich nicht.
Berlin ist nicht Leipzig, ist nicht Hannover und auch nicht das unauffälligere Osnabrück.

Gegenwind wird aus allen Richtungen kommen.
Lobbyisten jeglicher Couleur stehen in den Startlöchern, um zu versuchen, ihre Vorstellungen von einer Neuorientierung der beiden Berliner Zoologischen Einrichtungen in dieselbe einfließen zu lassen.
Politiker werden versuchen, sich zu profilieren.
Am Ende sind es die Besucher, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden und die wissen hier und heute noch gar nicht, was sie künftig gut finden werden, wobei es durchaus möglich ist, ihnen Bedürfnisse unterzujubeln, von denen sie nicht einmal wissen, dass sie sie haben.
Bevor gejubelt werden kann, gilt es daher Blicke nach vorne und hinten und auch zu allen Seiten zu werfen:

Es gilt Geschichte nicht zu vernachlässigen. Die umfasst zwei Deutsche Staaten.
Es gilt Traditionen im Blick zu behalten. Berliner können sehr störrisch sein.
Es gilt Gelder locker zu machen. Sowohl öffentliche als auch private.
Es gilt die Ursachen der Beliebtheit oder Unbeliebtheit (nicht Beleibtheit) von Zoodirektoren zu analysieren.
Und vor allem gilt es, eine zeitgemäße Tierhaltung in Bezug auf Artenauswahl, Tierunterbringung, Tierpräsentation und Naturerlebnis (beachten Sie das Wort vor ERLEBNIS) zu verwirklichen, was umso schwerer wird, weil

  • a) Lobbyisten und Politikern oft völlig egal ist, was wirklich wichtig und nötig ist
  • und
  • b) in den zurückliegenden Jahren einige Fakten geschaffen wurden, die schwer wieder aus der Welt zu räumen sind.

Hoffen wir das Beste - insbesondere für die tierischen Bewohner Berlins.

Carsten SchöneBerlin, den 09.08.2013




P.S.:
Ich habe das unbestimmte Gefühl, dass der VDZ dafür sorgen wird, dass einem einzelnen, von dieser Geschichte betroffenen, Herren künftig nicht langweilig wird.