Tiger in Osnabrück

Anders, als Koalas haben Sumatratiger ganz viel damit zu tun, was Zoos in der heutigen Zeit tun sollten und so ist jeder Zoo, der sich in diesem Fall für Heizkosten entscheidet, auf dem richtigen Weg.
Da Tempelruinen meist schlecht beheizbar sind, erscheinen sie als eher ungeeignet für die Unterbringung von Tigern in Deutschland, doch in Osnabrück hat man eine scharfsinnige Erklärung, warum es trotzdem eine gute Idee ist, sie in einer ebensolchen unterzubringen:
Man mache sich «von modischen Zwängen frei, was die Architektur der Anlagen betrifft, „denn Erlebniswelten kommen nicht aus der Mode“».
Die doppelten Anführungszeichen weisen hier darauf hin, dass aus dem als Quelle angegebenen Artikel nicht klar hervorgeht, ob das mit den Zwängen der Architektur auch auf dem Mist des Zoos oder doch eher der Journalisten gewachsen ist, auf jeden Fall glaubt irgendjemand in Osnabrück, dass Erlebniswelten nicht aus der Mode kommen.
Pleitegegangene Safariparks, nicht mehr existierende Badeparadiese, unbenutzte Minigolfanlagen, geschlossene Spaßkneipen, es gibt so einige Erlebniswelten in Deutschland, die ziemlich aus der Mode gekommen sind. Zu glauben, dass etwas, das heute funktioniert, das auch morgen noch tun wird, ist hochgradig gefährlich.
Osnabrück war bislang auf einem wirklich guten Weg. Möge man sich nun nicht verlaufen. Die tierhalterischen Einrichtungen von Hannover und Gelsenkirchen sind keinesfalls Selbstläufer.

Carsten SchöneBerlin, den 18.11.2013



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