Das große Ganze

Vom Ergebnis der Bundestagswahl mag man halten, was man will, Experimente werden wohl nicht die Folge sein. Desgleichen kann man von der Entscheidung des Aufsichtsrates der drei Berliner tiergärtnerischen Einrichtungen vermuten, es ist halt doch wieder eine Kaderentscheidung getroffen worden - die muss nicht schlecht sein, aber Überraschungen sehen anders aus.

Überraschen lassen würde ich mich jetzt gerne von der FDP und den GRÜNEN. Erstere darf gerne beweisen, dass Liberalismus und Lobbyismus nicht automatisch Hand in Hand gehen und sich daran erinnern, dass es auch sozialliberale Strömungen gibt. Die so oft als Ökopartei bezeichnete, die sollte verstehen, dass es in ökologischem Handeln auch liberal zugehen muss, weil Ökologie nicht bedeutet, den Menschen von der Natur und/oder die Natur vom Menschen fernzuhalten, sondern das Miteinander des Menschen mit seiner Lebensgrundlage und seinen Mitgeschöpfen zu harmonisieren. Dafür sind Verbote jeglicher Couleur ziemlich ungeeignet, weil ökologisches Handeln, bei allem Gutmenschentum, vor allem eines machen muss: Laune - und zwar gute!

Von den immer gleichen, reflexartigen Reaktionen, die an den Tag gelegt werden, wenn ein Zootier einen Menschen tötet, wird ausschließlich einseitiges Denken von „Auch-nur-Lobbyisten“ befriedigt, die an vernetztem Denken nicht interessiert sind und das große Ganze schon lange aus den Augen verloren haben. Es sei daran erinnert: Das große Ganze ist komplex und kompliziert und wird es immer bleiben.

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 23.09.2013