Wildtiere gehören ins Wohnzimmer

Eine Tierschutzorganisation, die dank ihres Namens schon vermuten lässt, dass sie zu Aktionismus neigt, behauptet derzeit lautstark Gegenteiliges und schickt dafür auch mal wieder (leider nur halb-) nackte Frauen auf die Straße, bzw., um konkret zu sein, auf den Berliner Alexanderplatz. Welch grandiose neue Idee.
Den Alexanderplatz stört es nicht, der hat schon schlimmere Sachen erlebt - mich stört es gewaltig, die hätten sich doch erkälten können..., die Damen und sie hätten sich Blasenentz..., also dann hätten deren Partner oder Partnerinnen..., na, und das ist es doch nicht wert..., es ist doch nur ein Missverständnis..., dafür muss man doch nicht im Februar..., bei der Kälte..., ohne von der Natur mitgegebenes, wärmendes Haarkleid..., ich stimme mit Charlotte Roche überein, rasieren ist doof..., das ist doch nicht artgerecht!
Worauf ich eigentlich hinauswollte: Jedes Tier, dass eine Heimtierkarriere macht, landet früher oder später in der beginnenden Domestikation, weil Mensch immerzu nach dem Außergewöhnlichen giert: Farbmutationen, übertriebene Flossenbehänge, Langhaarigkeit und selbst Haarlosigkeit (hierzu: s.o.), das was nicht normal ist, wird aus Sensationsgier und menschlichem Machbarkeitswahn weitergezüchtet und dabei wird die Wildform weggezüchtet. Natürlich gibt es auch den Exo-Tick, den habe ich an anderer Stelle schon bemängelt, aber es gibt unglaublich viele Menschen, die halten nichtdomestizierte Tiere artgerechter, als sie selbst zu leben gezwungen sind, und wenn dabei dann noch eines stimmt, ist alles schick: Ins Wohnzimmer gehören Wildtiere!

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 15.03.2010