Mayday

Der Frankfurter Zoo agierte in letzter Zeit in meinen Augen etwas..., sagen wir mal schwammig. Jetzt aber hat er endlich Profil bekommen: Er stellt in seinem Exotarium eine wirklich interessante Tierart aus: Den Maikäfer!
Hand aufs Herz, wann haben Sie, liebe Leser, das letzte Mal einen Maikäfer aus der Luft geholt, um anschließend diesen dicken Brummer in der Hand zu halten und zu spüren, wie er sich mit seinen sechs Beinen an Ihre Handfläche heftet und dabei wohliges Kribbeln verursacht. Oder anders gefragt - für den Fall, dass Sie nicht zum „direct-contact“ neigen sollten - wann haben Sie das letzte mal einen Maikäfer gesehen oder gehört (deshalb: Brummer)?
2010 soll ein Maikäferjahr sein. Maikäferjahre haben ein Rhythmus von ca. vier Jahren. Solange brauchen die, Engerling genannten, Larven, um sich zum Käfer zu entwickeln. Wenn Sie also vier Jahre lang dieses Erlebnis vermisst haben, war das keiner Naturkatastrophe geschuldet.
Nun aber, da wieder Maikäfer zu erwarten sind, schiebt eine südhessische Gemeinde Panik, sieht eine Naturkatastrophe, wo keine ist und greift zur chemischen Keule.
Jetzt heißt es in der Presse: Mit der Ausstellung der Maikäfer „will Zoodirektor Manfred Niekisch gegen die massenhafte Vernichtung der Käfer protestieren.“
Noch mal: Die Präsentation der Käfer ist eine tolle, wirklich praxisbezogene umweltpädagogische Maßnahme, so etwas sähe ich gern öfter in Zoologischen Gärten, warum das hier aber der Protest eines Zoodirektoren und nicht der des Frankfurter Zoos sein soll, erschließt sich mir so gar nicht! Ich hoffe es handelt sich um ein falsch wiedergegebenes Zitat, denn wenn sich hier jemand derartig wichtig nehmen sollte, dann sollte er künftig lieber für www.zookritik.de schreiben!

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 06.05.2010



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