Der Fluch des Yukon

Ich hatte vor Besichtigung von „Yukon Bay“ ein wenig Angst davor, dass mir dieser Parkteil richtig gut gefallen könnte, wirkte doch alles, was ich zuvor auf Fotos zu sehen bekam, irgendwie größenwahnsinnig und als Berliner liebt und lebt man den Größenwahn.
Die Deko ist atemberaubend, liebevoll und verspielt, die Kulisse nicht perfekt, aber grandios - soviel Kulisse war noch nie und nirgends in einem Zoo und ich habe das unbestimmte Gefühl, das wird, zumindest in Deutschland, auch nicht mehr getoppt werden.
Die Tiere inmitten der menschlichen Bauten, Gerätschaften und Maschinen, das hat etwas paradiesisches: Das friedliche Nebeneinander von Mensch und Tier auf engstem Raum, hier funktioniert es und alle Beteiligten haben einen Riesenspaß und wenn sich der nicht von alleine einstellen will, dann gibt es eine Show.
Das hat Erfolg. Hannover peilt dieses Jahr 1,4 Mio. Besucher an. Erfolg ist eine gute Sache, da gibt es nichts zu meckern.
Waldbisons und Karibus machen Spaß, die hat nicht jeder, das gilt auch für die Nördlichen Seebären und die Kegelrobben. Wellenanlage und Salzwasser für Eisbären und Robben sind eine feine Sache, Forellen im Eisbärenbecken wecken Appetit und sorgen gemeinsam mit Bisonburgern dafür, dass uns nicht übermäßig paradiesisch wird - der umweltpädagogische Auftrag bleibt gewahrt.
Was stört mich denn nun?
„Yukon Bay“ ist mir zu klein!
Die Mine, die Holzhäuser, der Hafen, das Schiff, das alles sind nette Appetizer, danach hätte ich gerne mehr gehabt: Mehr Landschaft! Mehr Kanada! Mehr Weite! Ich fürchte, einige der tierischen Bewohner sehen das ähnlich.

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 26.08.2010



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