Ein großer Wurf

Der Magdeburger Zoo beherbergt seit kurzem eine Junggesellengruppe Onager.
Wer, so wie ich, seine Geschichtskenntnisse weitgehend aus Asterixheften gezogen hat, weiß, dass es sich bei Onagern um eine bei den Römern beliebte überdimensionierte Steinschleuder, ein Wurfmaschine also, handelt und wem es, anders als mir, an einschlägigen Quellen für biologisches Wissen mangelt, erfährt auf Seite 26 das Bandes „Asterix bei den Belgiern“ auch gleich noch im selben Atemzug, dass ein Onager eigentlich ein „Wilder Esel“ ist.
Was dort nicht mehr steht, ist die Tatsache, dass es sich um Asiatische Wildesel oder etwas missverständlich: Halbesel handelt. Wer solche Tiere kennt, weiß, dass die keine halben Sachen machen: Ihr Lebensraum ist extrem karg und trocken. Man hat als Onager einen robusten Charme, der sich unter anderem darin zeigt, dass es bei den Paarungsvorbereitungen hoch hergeht und insgesamt lässt man sich nicht unterkriegen: Es gibt nämlich noch welche - trotz widrigster Umstände! Sämtliche Wildesel, also sowohl die Asiatischen, als auch die Afrikanischen sind hochgradig bedroht.
Wildesel sind tolle Zootiere, weil sie den Zoo wirklich brauchen und ihre Haltung und Zucht zudem hohe tiergärtnerische Kunst ist.
Und jetzt erzähle mir keiner, wer Zebras hat, kann sich Wildesel gleich sparen, die will dann niemand mehr sehen!
Na und!?
Der Magdeburger Zoo hält jetzt trotzdem welche und das ist es, was Zoos tun sollten.

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 01.10.2010



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Literaturtipp