CSU1

Es gibt in Deutschland zwölf Zoos mit Eisbärenhaltung, davon besitzt nur die Hälfte gute oder zumindest akzeptable Anlagen, der Rest ist Schrott. Mögen sie einst als noch so feudal angesehen worden sein und den damaligen Erkenntnissen voll und ganz entsprochen haben - wobei ich das massiv bezweifle, was ich andernorts auch schon wortreich begründet habe - aus heutiger Sicht sind sie für eine vernünftige Eisbärenhaltung definitiv nicht mehr zu gebrauchen.

Eisbären haben einen hohen Schauwert. Eisbären haben klimatechnisch in jeder Hinsicht einen hohen Informationswert, andererseits im Zoo keinen aktiven Arterhaltungswert. Eisbären haben, nicht nur als Handaufzuchten, einen hohen Marktwert. Eisbären erzeugen für die Zoos, die sie halten, einen Mehrwert.

Eisbären haben Ansprüche. Die können befriedigt werden.
Wer das nicht tut ist doof!
Er macht die Institution Zoo als Ganzes angreifbar, er schwächt die eigene Einrichtung, nicht nur betriebswirtschaftlich, und er schadet dem Bären - ob direkt oder indirekt ist dabei beinahe schnurz.

Der Tierpark Hellabrunn in München hat jetzt nach offizieller Eröffnung des Tundra- und Taigateils seiner Eisbärenanlage eine vernünftige solche. Warum man in München schon am 29. Oktober Halloween feiert und wozu überhaupt und warum dann noch gemeinsam mit den Eisbären, das bleibt zwar schleierhaft, aber München gehört jetzt in Sachen Eisbärenhaltung zu den oberen sechs.
Gut so.
Alle Anderen: Schämts Euch!

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 01.11.2010



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1Carsten Schönes Unbequemlichkeiten.

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