Gute Nachrichten

Es passieren echt dolle Sachen in unseren Zoos, Dinge sogar, die man nicht zu hoffen gewagt hätte.
Zoos werden (oder wurden bereits) erweitert. Das ist es, was Kommunen mit ihren Zoos tun sollten: Deren Potential erkennen und es fördern. In Magdeburg schließt man dafür sogar eine öffentliche Straße. Das ist mutig, richtig und macht Laune! Heidelberger, Chemnitzer und Dresdener Stadtfürsten sollten sich ruhig mal dort oder in Osnabrück oder in Wuppertal oder wo es sonst noch möglich ist, Nachhilfe holen.
Dann stehen Projekte an, in unseren Zoos, die für Verzückung sorgen: Leipzig holt Tierarten ins Land, die, auch wenn sie künftig in einer Tropenhalle stehen müssen, eine enorme Bereicherung sind. Ich frage mich, warum es nicht eine der Berliner Einrichtungen ist, die wieder Schabrackentapire hält? Nun, ich gönne es den Leipzigern von Herzen.
Das Otterzentrum, das sich zwar selbst nicht als Zoo begreifen will, aber trotzdem einer ist und zwar ein brillanter, bekommt endlich seine Nerzanlagen, deren Pläne damals durch den Brand des Hauptgebäudes für allzu lange Zeit in der Schublade verschwanden. Hankensbüttel wird künftig den Europäischen Nerz (Sie wissen, liebe Leser, der ist für mich eines der besten Zootiere überhaupt) und den Mink nebeneinander zeigen. Was für großartige didaktische Möglichkeiten sich da bieten! Und ich bin mir sicher, man wird wieder eine Präsentationsform finden, die Maßstäbe setzt.
Bleiben wir in Niedersachsen, ich muss noch einmal Osnabrück erwähnen: Lange Zeit machte mich der dortige Zoo mit seiner Profillosigkeit ziemlich wirr (von der Sorte gibt es noch einige), doch das ist vorbei. Die Tundra bekommt hoffentlich ein anderes Architekturbüro als der jüngst realisierte Parkteil, damit mir dort dann ebenfalls die Europäischen Nerze, die Vielfrasse und die Braunbär-/Eisbärmischlinge, die artenschützerisch das wertloseste sind, was in Zoos leben kann, didaktisch aber ein Knaller und dazu bildhübsch sind, richtig viel Freude bereiten können. Aber Rasbach kann ja auch, wenn man ihm Naturstein an die Hand gibt, und nun muss ich auch noch mal nach Magdeburg, zu dessen Traditionstierart Spitzmaulnashorn, zurückkehren, schicke Sachen realisieren, die sogar im Winter gut aussehen.
Der Münchner Tierpark will künftig wieder verstärkt auf sein Geo-Konzept achten - das ist schön, wobei allerdings Fischotter durch Pinguine zu ersetzen „a Schmarrn“ ist. Der einzige akzeptable Ersatz für eine Otterart ist eine andere Otterart, deren deutscher Name weder mit „Kurz-“ noch „Zwerg-“ beginnen darf.
In Nürnberg wächst derzeit die Hoffnung auf eine gelingende Naturaufzucht bei den Eisbären. Weitere Knut- und Flocke-Hypes blieben uns damit erspart.
Sparen werde ich mir jetzt, trotz sinnvoller aber konzeptionelle Ideen nicht ersetzen könnender Stiftungsgründung, jeden weiteren Kommentar zu den Hauptstadtzoos - ich möchte mir ja nicht die Überschrift kaputtmachen.

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 15.12.2010



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