Die beste Zeitung Deutschlands

Eigentlich hatte ich MIR den Job zugedacht, die Konzepte von Zoos, deren Umsetzung oder deren vollständiges Fehlen zu kritisieren, doch jetzt mokiert sich ein VDZ-Zoo öffentlich über andere, da kann ich ja einpacken.
Früher wäre so etwas nicht möglich gewesen, da war der VDZ noch ein elitärer Hau..., also ein exklusiver Club, in dem ein Mitglied dem anderen Gutachten schrieb und man sich gegenseitig versicherte, wie toll alle miteinander seien, und wie lieb man sich untereinander habe - es herrschte ein unbändiges Harmoniebedürfnis. Nun heißt es auf einmal: Bah, ich will nicht so sein wie der, oder die, oder vielleicht gar das da!
Die Frage nach der Qualität eines zoologischen Angebotes, ist indes tatsächlich unglaublich schwer zu beantworten. Welche der Kernaufgaben ist die Wichtigste, wie will man wiederum die Einzelelemente der jeweiligen Kernaufgabe gewichten und wer will darüber entscheiden, ob das sinnvoll ist?
Eines sollte indes klar sein: Besucherzahlen sagen nur etwas über die Häufigkeit der Nutzung eines Angebotes aus. Sieht man sich an, welche die meistgelesene Zeitung Deutschlands ist, dann weiß man, dass Massenkompatibilität und Qualität keinesfalls zwangsläufig Hand in Hand miteinander gehen.
Wer nun behauptet, im Mittelpunkt seines Zookonzeptes und zeitgleich im Mittelpunkt des Interesses seiner unglaublich vielen Besucher, stünden allein die Tiere, der soll, bitte schön, genau das unter Beweis stellen. Eine Tierart, die neu in einen Zoo kommt, hat meines Erachtens das Recht, eine eigens auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Anlage zu erhalten.
Multifunktionsanlagen, die wahllos mit Katzen, Schleichkatzen oder Marderartigen besetzt werden, sind nur schwerlich in der Lage, eine Mittelpunktfixiertheit widerzuspiegeln.
Ob Kunstfels, Naturstein, nackter Beton, oder Holzverkleidung, wenn ich einer Anlage ansehen kann, dass sie exakt für die darin lebende Tierart geschaffen wurde, oder aber allermindestens detailverliebt für diese hergerichtet wurde, dann ist das glaubwürdig.

Kommen Sie gut ins neue Jahr und machen Sie sich und den Ihnen Anvertrauten ein schönes solches und lesen Sie keine Zeitung, deren Name aus weniger, als fünf Buchstaben besteht.

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 31.12.2010




P.S.:
Wegen dieser Jahresendausgabe und der Tatsache, dass ich am 01.01. vermutlich nicht geradeaus denken werden kann, ist das hier gleichzeitig die Erstausgabe 2011!

Prost Neujahr!

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