Drinking for Conservation

Es gibt also auch Zeitgenossen, die sind frisch, frei, fröhlich, fromm in der Lage, Kritik an etwas zu äußern, dass sie noch nicht mit eigenen Augen gesehen haben.
In Bezug auf das Leipziger „Gondwanaland“ wird der Deutsche Tierschutzbund zitiert: „...für den biertrinkenden VIP-Besucher seien die Wildtiere nur noch Kulisse.“
Ich dachte bisher immer, einem ausgewachsenen VIP sei Bier zu proletarisch und er bevorzuge zum Malademachen Prosecco, gerne auch als Sprizz (nicht Spritz!) - doch letztlich ist das auch egal, Herr und Frau VIP kommen jedenfalls zum Saufen in den Zoo und das, so lernen wir vom Deutschen Tierschutzbund, „...hat mit Artenschutz und Bildung nichts zu tun“.
Das wollen wir aber nicht die Krombacher-Brauerei und deren treue Kundschaft hören lassen, haben die doch in der Vergangenheit gemeinschaftlich selbstlos ihre Leber geopfert, um ein bisschen Regenwald zu retten.
Und was tut der deutsche Tierschutz für den Artenschutz?
Er torpediert ihn, indem er das einzelne Individuum über die Gemeinschaft von Individuen stellt (wovon sich offenbar auch Richter schon haben einlullen lassen). Das sollte mal jemand für den Homo sapiens tun: Das Individuum über die Gemeinschaft stellen, aber beim Tier ist das mittlerweile opportun - sehr merkwürdig!?
Andersrum würde ein Schuh draus: Als erstes retten wir die Arten und dann erlauben wir uns den Luxus, auch Individuen zu retten. Für Artenschutz lässt sich aber dummerweise ganz schwer Geld beschaffen, nicht zuletzt, weil auch noch Tier- und Artenschutz ständig in einen Topf geworfen werden und das mit den Töpfen ist ja entscheidend: Wer gibt wann, warum, wofür Geld aus. Wenn wir diesen Gedanken weiterspinnen, sind wir ganz schnell bei der Weltwirtschaft, die derzeit so funktioniert, dass ein Heer von armen Schluckern für den Luxus einiger weniger Individuen schuckert. Das zu ändern, findet bei denen, die es warm und gemütlich haben, wenig Interesse. Wenn dann den wohlhabenden Schluckis hintenrum, weil sie vornerum nicht auf die Idee kämen, ihn selbst dafür auszugeben, ein Groschen für den Schutz des Sabah-Nashorns abgeknöpft wird, dann halte ich das für absolut legitim.

Liebe Leipziger, stellt mir schon mal Bier kalt!
Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 01.08.2011



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