Metelener Heiden

Kürbisse, überall Kürbisse - vor lauter Kürbissen habe ich in den vergangenen Tagen keinen Zoo mehr sehen können. Erst heute gelingt es mir, durch den gelborangefarbenen Matsch hindurch, wieder andere Dinge wahrzunehmen, außer marodierende Horden vermummter Süßwarenerpresser und so kommt es, dass ich zum zweiten Mal das Versprechen gebrochen habe, auf diesen Seiten jeweils am Ersten eines Monats einen neuen Text auf die geneigte Leserschaft loszulassen.

Es tut mir leid.

Leid tut es mir auch um den ZooPark (mit großem „P“) Metelen.
Metelen dürfte mit dessen Insolvenz als Zoostandort endgültig verbrand1 sein.
Das Betreiberehepaar Vermeer hatte mit dem schlechten Ruf zu kämpfen, den der unsägliche Plastiktierzoo namens „Abenteuerzoo“, hinterlassen hatte, der seinerseits den zuvor pleitegegangenen Vogelpark ersetzen sollte.
Bevor der Nochimmerbesitzer und Betreiber des „Abenteuerzoos“ das Gelände erwarb, stand ich selbst für die Interessengemeinschaft artgerechter Raubtierschutz (IGAR) e.V. in Kontakt mit der Gemeinde Metelen.
Getreu dem damaligen Konzept der IGAR, mit der Unterstützung einer Standortgemeinde das Projekt RaubtierPark (mit großem „P“) über Sponsoring und Public-Private-Partnership realisieren zu wollen, hatten wir die Gemeinde Metelen mit der Idee des Carnivore Conservation Centers konfrontiert.
Das Ergebnis ist bekannt. Man gab damals der einfachsten und wie man jetzt weiß, keinesfalls besten Lösung den Vorrang: Verkauf an einen solventen Investor, der vorgibt zu wissen, wie man aus Schei..., ... aus scheiternden Vogelparks, Gold macht.
Das ist nicht gelungen.
Zu allem Überfluss sind jetzt auch noch die neuen Betreiber, deren Konzept zwar nicht unverwechselbar, aber realistisch wirkte, dem Geschäftsgebaren ebenjenes Käufers erlegen.
Die Pacht die der Herr verlangte, war zu hoch, als dass der neue ZooPark Metelen mit seinen Einnahmen hätte über den Winter kommen können - diesbezüglich war allerdings wohl auch das Ehepaar Vermeer im Vorfeld etwas zu optimistisch.
Anstatt nun mit seiner Pachtforderung herunterzugehen, bewies der Besitzer, dass ihm das Tier als solches, und als ZooPark-Bewohner im Speziellen, völlig schnurz ist - es ging ihm von Anfang an ausschließlich ums Geldverdienen (deshalb gab es vormals ja auch die Plastiktiere, die brauchten nicht viel Futter).
Nur der extrem guten Vernetzung des Ehepaars Vermeer in der Zoowelt ist es zu verdanken, dass es in Metelen jetzt kein Tierschutzproblem gibt, sondern der Großteil der Tiere des ZooParks innerhalb kürzester Zeit an andere Einrichtungen vermittelt werden konnte.
Dem Ehepaar Vermeer wünsche ich, dass es seine Ideen anderweitig verwirklicht bekommt.

Für die Gemeinde Metelen tut es mit leid, wie für jede andere Stadt oder Region, die eigentlich eine zoologische Einrichtung tragen könnte, aber keine hat, dass sie jetzt wieder zoolos ist.

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 02.11.2011



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1Dies ist kein Rechtschreibfehler!