Ha, Ho, He - MSC

Obwohl wir Menschen in grauer Vorzeit aus Savannen hervorgekrochen sein sollen, was möglicherweise durch unsere Vorliebe für offene Parklandschaft belegt wird, hegen viele Art- und Zeitgenossen eine besondere Zuneigung zu Lebewesen, die ihrem Nahrungserwerb im Meer nachgehen.
Vielleicht ist an der Wasseraffentheorie doch etwas dran!?
Seefischfressende Säugetiere und Vögel, die zusätzlich nicht fliegen können, sind jedenfalls so beliebt, dass sie zur Stammbesatzung der meisten Zoologischen Gärten, die oft offenen Parklandschaften ähneln, gehören.
Das Problem dieser Zoobewohner ist, dass sie, je weiter sie im Binnenland residieren, desto teurere Kostgänger werden.
„Gut“, kann man zu sich selbst sagen, „muss der Zoo selber wissen, ob er sich das ans Bein bindet - Riesenotter wären viel spannender und fressen Süßwasserfisch, aber wer es mag ...“
Blenden wir das Selbstgespräch an dieser Stelle aus, das eigentliche Problem heißt: Überfischung der Meere.
Da kommt nun der Kölner Zoo und vermeldet: „Bei uns gibt es nur noch MSC-zertifizierten Fisch!“
„Na, holla“, fragt man sich und befindet sich unversehens im nächsten Gespräch mit der eigenen Person, „warum ist das nicht längst Standard, in Einrichtungen, die nach eigenem Bekunden dem Artenschutz verpflichtet sind!?“
Der Kölner Zoo tut es - und zwar nicht nur beim Futter für Robben und Pinguine, sondern auch beim Fischstäbchen für den quengeligen Wasseraffennachfahrennachwuchs - und das ist der einzig gangbare Weg für zoologische Einrichtungen und sollte ganz schnell, ganz viele Nachahmer finden.
Doch vielleicht machen alle anderen es ja auch längst so und haben nur noch nie darüber geredet!?
Das wäre falsch!

Carsten SchöneBerlin, den 15.12.2011



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