Rauchzeichen

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die allerorten grassierende gesundheitsfanatische Lustfeindlichkeit, die mit massiver Gängelei volljähriger Bürger einhergeht, auch im Zoo Einzug hält.
Der Kölner Zoo wird, bis auf einige ausgewiesenen Zonen, rauchfrei.
Ein Zoo ist so etwas wie ein Park, von dem manche Zeitgenossen behaupten, er sei hauptsächlich für Menschen und deren Amüsement gemacht. In diesem Fall sollte man sich hüten, den Menschen dort, an der frischen Luft, das Rauchen zu verbieten.
Das Rauchverbot in geschlossen öffentlichen Räumen findet mittlerweile breite Mehrheiten, auch unter Rauchern, nur einige Diskothekenmitarbeiter trauern den alten Zeiten nach, in denen sie an den Tanzflächen Tabakverbrennung rochen, anstelle von transpirierenden Hominidenleibern. Unter freiem Himmel, in einer von Menschen angelegten Erholungslandschaft, das Rauchen zu verbieten und das ausgerechnet in Köln, das hat einen derartigen Beigeschmack von Spießigkeit, da hilft auch das Kostenargument nicht.
Verbieten wir demnächst die Mitnahme von Kleinkindern in den Zoo, weil deren Nuckel ständig in Tiergehege fallen und der Tierpfleger jedes Mal seine Arbeit unterbrechen und herbeieilen muss, weil das Saugreflexabreagiersurrogat die Gesundheit der Gehegebewohner gefährdet?

Geht man andererseits davon aus, das der Zoo eigentlich für bestandsbedrohte Tiere da sein sollte, dann weiß man, dass es den Tieren im Gehege schnurz ist, wenn davor geraucht wird und deshalb sollte man alle hundert Meter Zigarettenautomaten aufstellen, deren Reinerlös in den Artenschutz fließt: Qualmst Du hier, hilfst Du dem Tier!
Ob man an diesen Automaten nur Sorten anbietet, auf deren Packungen Tiere abgebildet sind, ist Geschmackssache, schränkt das Angebot allerdings unnötig ein und die Viecher mit dem Höcker auf dem Rücken haben es nun wirklich nicht nötig, es sei denn, man schlägt die Brücke zum wilden Zweihöckrigen ... aber da wird es dann holprig.
Da der größte Tabakproduzent der Welt die Volksrepublik China ist, könnte man allein durch das Verführen von Rauchern zu häufigerem Rauchen, die Produktivität der Chinesischen Volkswirtschaft derartig ankurbeln, dass damit die Anzahl von Pandas in den Zuchtstationen erhöht werden kann, die ihren Eltern weggenommen werden können.
Außerdem geht es dem Tabakrüssler derartig schlecht, dass man schon seinetwegen, ... egal, meinetwegen braucht man kein Rauchverbot im Zoo, stattdessen könnte man Vermenschlichung, naturentfremdetes Denken und Suricataphilie aus den Zoos verbannen, aber ach, die hinterlassen ja keine sichtbaren Rückstände.

Carsten SchöneBerlin, den 01.02.2012




P.S.:
In dem, was sich im „Erlebniszoo Hannover“ Wolfsgehege nennt, sollte man Wölfe nicht nur nicht züchten, sondern gleich durch Kanadische Fischotter ersetzen - wenn es denn überhaupt etwas Kanadisches sein muss.

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Quellen: