Heiliger Valentin

Habe ich eigentlich schon einmal angemessen meine Begeisterung über den gestrigen Tag, den 14. Februar, verkündet?
Selbst wenn - tue ich es einfach noch einmal, er ist schließlich der Knaller schlechthin:
Da sehen sich unsichere Jünglinge von einer Mesalliance aus floralem Einzelhandel und holder Weiblichkeit gezwungen, ihrer Sexualpartnerin Grünzeug aus Gewächshäusern zu überbringen, damit sie auch künftig zum Zuge kommen. Ganz Raffinierte können heutzutage allerdings einen pfiffigen Gegenzug tätigen und zusätzlich zum Blumenstrauß einen Besuch im Zoo verschenken, dort werden nämlich die jungen Liebenden, anlässlich dieses unglaublich wichtigen Tages für die Zoopädagogik, über das Liebesleben der Tiere aufgeklärt, was sicherlich nachhaltig zur Eintaktung ihrer eigenen Beziehung und zur positiven Beeinflussung der demographischen Entwicklung beiträgt.
Wenn die Liebenden irgendwann nicht mehr ganz so jung sind, können sie sich den Besuch im Zoo dann sparen, das mit den Blumen hat sich aber hoffentlich, dem Bruttosozialprodukt sowie dem netten Herrn Rösler und dem von ihm gewünschten, ewig währenden Wachstum zuliebe, zum Ritual entwickelt, so dass man, frei nach Wilhelm Bendow und Bruno Fritz1, vielleicht nach vielen gemeinsamen Jahren von Bekannten des Paares den folgenden Dialog zu hören bekommen kann:
„Guck mal, die Beiden, die sind schon so lange zusammen, man sagt, sie werfen sich immer noch gegenseitig Blumen zu.“
„Ja, aber die Töpfe sind noch dran!“

Alles Gute
Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 15.02.2012



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1Tonaufzeichnung: Mies und Munter im Theater, 1936.