Man lernt nie aus

Am vergangenen Wochenende ist mir ein kuratierender Zoomitarbeiter mit naturwissenschaftlich-akademischem Grad über den Weg gelaufen, der behauptete, einen Hund im Kofferraum eines Autos allein zu lassen, sei nicht artgerecht.
Das mit der Artgerechtigkeit ist ja so eine Sache.
Die Interessengemeinschaft artgerechter Raubtierschutz (IGAR) e.V. zum Beispiel, trägt das Adjektiv „artgerecht“ als bewusste Provokation im Namen, hat Mensch doch schließlich größte Schwierigkeiten, mit abschließender Sicherheit behaupten zu können, er wisse, was für das einzelne Tier art-, verhaltens-, tier- oder wie auch immer -gerecht sei.
Hier stellt sich nun jemand hin, der täglich in seinem Berufsalltag damit zu tun hat, dass die meisten, der ihm anvertrauten Tiere ihr ganzes Leben in einem von Menschen bestimmten Raum-Zeit-Kontinuum verbringen und einige davon wiederum komplette Nächte hindurch in Boxen „aufgestallt“ werden, und behauptet, einen Haushund (Canis lupus familiaris) für abgezählte Stunden im Kofferraum eines Kombis zusammen mit einem Wassernapf und einem Büffelhaut-„Kauknochen“, bei akzeptablen Außentemperaturen und nicht vorhandener, direkter Sonneneinstrahlung auf die Rückkehr seiner menschlichen Rudelmitglieder warten zu lassen, sei nicht artgerecht.
Hochinteressant!
Es kam dann noch das Totschlagargument, es seien schließlich schon Hunde in Autos gestorben.
Es soll auch vorkommen, dass Elefantenbabys in Zoologischen Gärten von ihren Müttern getötet werden.

Carsten SchöneBerlin, den 23.04.2012