Dies ist keine Rezension

Wir leben in einer Zeit, in der Menschen mit aller Macht anderen Menschen verbieten wollen, ihr Leben mit der Anwesenheit von Tieren zu bereichern.
Nur weil ein Tier angeblich exotisch oder „wild“ ist, soll es künftig disqualifiziert werden, mit Menschen „unter einem Dach“ leben zu dürfen - das ist nicht weniger bekloppt, als der Umkehrschluss, der nahe legt, dass ein Tier, je exotischer oder „seltener“ es ist, desto teurer und begehrter für Menschen sein müsse. In beiden Fällen kommt ein absurdes menschliches Wertesystem zur Anwendung.
Ob nun öffentlich oder privat, wenn Menschen in einer Gesellschaft Dinge tun möchten, die andere Lebewesen in ihrer Entfaltung berühren, dann ist es unerlässlich, für den gemeinsamen Umgang Standards zu setzen. Standards bedürfen dabei immer abwägender, demokratischer Kompromisse, sonst handelt es sich nicht mehr um Standards, sondern um elitäre Überstülpungen von Exklusivansichten über ein möglicherweise andersdenkendes Gemeinwesen.

Dem Gemeinwesen liegt jetzt die neue, vollständig überarbeitete Neuauflage von „Abenteuer Zoo“ vor.*
Sollten Sie sich dem Gemeinwesen zugehörig fühlen, oder auch nicht, dann benutzen Sie dieses Buch bewusst, lesen Sie zwischen den Zeilen, beachten Sie die farblich hervorgehoben Textblöcke, schauen Sie genau auf die Bilder und dann fahren oder laufen Sie los, gucken Sie sich um, bilden Sie sich Ihre eigene Meinung und anschließend verkünden Sie sie jedem, der sie hören will und gerne auch denen, die sie nicht hören wollen!

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 07.07.2012



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*Die widmet sich 50 Einrichtungen mehr als zuvor, ist trotzdem dünner, passt also noch besser ins Handgepäck, ist ferner von vorne bis hinten akribisch aktualisiert worden, verfügt außerdem über erheblich besseres Kartenmaterial und beinhaltet eine unglaublich peinliche Werbung, von der sich die Autoren zu recht distanzieren - das Verlagswesen ist definitiv auch nicht mehr das, was es mal war.