So long Fu Long *

Bald heißt es für Dich nicht mehr jeden Morgen „Hallo Wien“, aber das war ja absehbar und da sich Deine Eltern auf so wunderbare, natürliche Weise dem Aussterben ihrer Art verweigern, lass sie damit mal in Ruhe weitermachen.

Trotz dieses Vorzeigepandaelternpaares im Tiergarten Schönbrunn stehe ich dem Pandaleasing weiterhin recht ambivalent gegenüber, dennoch juckt es mich ein bisschen in den Fingern, eine „Initiative Hauptstadt-Pandas“ ins Leben zu rufen, um herauszufinden, ob die Berliner für eine Rückkehr der Großen Pandas nach Berlin ihre Portemonnaies öffnen würden - wundern würde es mich nicht, wenn sie es täten!

Die Zooverantwortlichen in Berlin wollen derweil die Stadt überreden, dem Tierpark ein Südostasienhaus zu spendieren.
So ein Haus für Orang-Utans, Malaienbären, Schleichkatzen und Vögel, ist eine wirklich gute Idee, die sich von den vielen kruden Gedankenspielen, die es von offizieller Seite zur Aufwertung des Tierparks noch so gab, wohltuend abhebt.
Menschenaffen in den Tierpark zurückzuholen wäre ganz im Geiste Heinrich Dathes, böte gleich noch Anziehungskraft fürs breite Volk und dem Zoo die Chance ein bisschen Platz zu schaffen. Schleichkatzen, denen man ein Gehege speziell auf ihre Bedürfnisse zuschneidet, anstatt sie in Allzweckkäfigen zu halten, wären im Tierpark mal ein echtes Novum und die Malaienbären haben es dringend nötig, sitzen sie doch noch immer in dem Haus, in dem einstmals die Menschenaffen im Tierpark untergebracht waren. Trotz der, den Bären gewährten, Außenkäfige, die die Menschenaffen nie besaßen, ist das alles andere, als eine zeitgemäße Bärenhaltung.

Das wirft man auch dem Bärenzwinger im Köllnischen Park vor - kann man auch - dafür aber zum jetzigen Zeitpunkt ein „Berliner Bärenbündnis“ ins Leben zu rufen, kurz nachdem der Bezirksbürgermeister verlauten ließ, er wolle gerne die gerade frei gewordene Tierpflegerstelle, am liebsten gleich zusammen mit der noch besetzten, einsparen und die Bären deshalb an die Müritz umsiedeln, ist schon ein bisschen billig.
Da wittert man als Tierschutzverband Morgenluft, fängt noch mal munter an zu protestieren und dann kam man anschließend behaupten: „Wir haben den Bärenzwinger geschlossen!“
Ja, sind wir denn hier in Münster?

Als Fahrradfahrer habe ich da echt keine Lust drauf.

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 31.10.2012




P.S.:
Sollten Sie, liebe Leserinnen und Leser, beim Lesen dieses Textes auch nur eine Sekunde an irgendeine bekloppte Brauchtumsadaption gedacht haben, dann sind sie offensichtlich von allen guten Geistern verlassen.
Sollten Sie anderseits über meine Idee der „Initiative Hauptstadt-Pandas“, oder auch „Neue Pandas für Berlin“, gestolpert sein, dann klauen sie diese gefälligst nicht einfach, sondern setzen sich vorher mit mir in Verbindung - sonst gibt es nämlich Saures!


* Nachtrag (vom 06.11.2012):

Peinlicherweise habe ich Fu Hu mit Fu Long verwechselt und bin auf einen Online-Artikel von 2009 hereingefallen.
Die ungemein spitzfindige Überschrift wäre damit zwar eigentlich im Eimer, da sich aber am Sinn des Gesamt- und Kontextes nicht viel ändert, lasse ich sie einfach da, wo sie ist.
Fu Hu möge mir verzeihen!

Carsten Schöne


Aktuelle Berichte für Fu Hu finden Sie unter:
http://www.quax.at/news/106153_fu_hus_große_reise_kann_beginnen
und
http://www.zoovienna.at/news/letzte-tage-mit-fu-hu/

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