Der tote - und der so gut wie tote - Hirsch von Nürnberg

Das, was das Leben auf diesem Planeten ausmacht, ist: vernetzter Energiefluss.
Die Werbung für die jüngste ARD-Themenwoche, mit dem schönen Slogan: „Sie werden sterben“ fand ich ausnehmend schick. Das Leben ist tödlich und wer hat das bisher schöner in Lyrik geflochten, als die Barden der Berliner Gesangestruppe Knorkator* (hier nur die Refrain-Zeilen):

„Wir werden alle sterben, haltet euch bereit.
Die Zeichen sind eindeutig; bald ist es soweit.
Vielleicht schon heute Abend, vielleicht in einem Jahr;
Doch alle werden sterben, traurig aber wahr.

Wir werden alle sterben, haltet euch bereit.
Die Zeichen sind eindeutig; bald ist es soweit.
Da gibt es kein Entrinnen, da kommt nichts mehr ins Lot!
Die Party ist zu Ende, bald sind alle tot!

Wir werden alle sterben, haltet euch bereit.
Die Zeichen sind eindeutig; bald ist es soweit.
Vielleicht beim Zähneputzen, vielleicht beim Abendbrot,
Doch irgendwann passiert es: dann sind alle tot!

Wir werden alle sterben, haltet euch bereit.
Die Zeichen sind eindeutig; bald ist es soweit.
Die Türen sind verschlossen, die Ampel steht auf Rot!
Der Zug ist abgefahren, bald sind alle tot!“

Die Maya sind daran völlig unschuldig!

Der Hirsch endet gerne mal, wenn er sich in der Brunftzeit verausgabt hat, in den Mägen von Carnivoren. Regelmäßig passiert das auch schon früher, da hat der Hirsch sich nicht fortpflanzen können und wird trotzdem Fleischfresserfrühstück - das ist dann doof für den Hirsch und seine Gene und gut für das Lebewesen, das wiederum seine Energie aus ihm zieht.

Die Prinz-Alfred-Hirsche haben ein Problem: Mensch bedrängt sie in ihrem angestammten Lebensraum massiv. Aus diesem Grunde haben vor einiger Zeit Tierschützer einige dieser Tiere aus dem unmittelbaren Bedrohungspotential herausgeholt und vermehren sie nun erfolgreich in Gefangenschaft, so erfolgreich das nun halt nicht mehr jeder Hirsch ständig bei der Fortpflanzung zum Zuge kommen kann. Jetzt wird von anderen Tierschützern gejammert, dass die überflüssigen Hirsche aus dieser Population an Raubtiere verfüttert werden, womit die Besucher des Nürnberger Tiergartens übrigens so überhaupt kein Problem haben - sogar der Kopf kann dranbleiben und das ist doch nur logisch, weil ökologisch.
Ich bin mal von den anderen Tierschützern dazu aufgefordert worden, meine ökologische Brille abzunehmen. Ja, um Himmels Willen, wozu denn bloß. Sie hilft mir, überall vernetztes Leben zu sehen und deshalb bin ich ein riesiger Fan des Kompostes und weil das so ist, werde ich jetzt hier und heute eine gänzlich neue Ära des Tierschutzes einläuten: Den Komposttierschutz!

Eine schöne Adventszeit wünscht allen Brillenträgern,
Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 01.12.2012



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*Knorkator: Das nächste Album aller Zeiten, 2007, "Wir werden alle sterben"

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Links:

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Quellen: