Hoyerswerda

Der aktuelle Tiergarten Rundbrief präsentiert uns einen Masterplan für den Zoo Hoyerswerda.
Der Zoo Hoyerswerda ist ein kleiner Zoo (6 ha) in einer keinesfalls mit großem Entwicklungspotential gesegneten Stadt. Umso lobenswerter ist es, wenn sich die Politik zum Zoo bekennt und Bereitschaft zeigt, ein Entwicklungskonzept im Umfang von über 11 Mio. €, innerhalb von zehn Jahren, umzusetzen.
Das dort gewollte Umsetzen führt bei mir allerdings zu Entsetzen.
Man wird auf Tierarten verzichten müssen, heißt es im Konzept und man muss sich von anderen Einrichtungen abgrenzen. Soweit so richtig, doch warum wird man auch künftig an drei Großkatzenarten festhalten und dazu noch eine Afrikasavanne in einen so kleinen Zoo zwängen!
Das mit Afrika, das sei ein Alleinstellungsmerkmal, heißt es.
So verwirrend das bereits ist, so kryptisch geht es weiter. Man wird noch weitere Alleinstellungsmerkmale haben: Den Themenkomplex Asien, Australien und Amerika nämlich. Na, huch! Dazu gehören dann so aufregende Tiere, wie Trampeltier, Bennetkänguru und Nasenbär.
Aber damit nicht genug, man wird auch noch der „Zoo der Kunst“ sein und einen Themenschwerpunkt Lausitz haben. Das mit der Kunst tut keinem weh und die Lausitz ist eine recht gute Idee. Auf die vielen Bären, die demnach bald auch durchs Freiland der Lausitz ziehen werden, freue ich mich ganz besonders!
Und auf den Blick auf das Schloss, auf den freue mich auch, der wird nämlich besser. Da muss man wirklich sagen: So etwas hat nicht jeder Zoo.
Ein vermeintliches Alleinstellungsmerkmal jagt in diesem Konzept das andere, den Mut, sich mit einem wirklich eigenen, in sich geschlossenen Konzept, von einem 0815-Zoo abzusetzen, brachten offensichtlich weder Auftraggeber noch Planer auf.
Schade!

Carsten SchöneBerlin, den 20.10.2011



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