Köpfe

Wir Europäer durften gerade wählen gehen und wir Berliner durften dabei gleich über noch mehr abstimmen: Je nachdem, in welchem Bezirk wir zu Hause sind, ging es um die beiden Fragen: „Tempelhofer Feld offenhalten“ und „bisherige Kleingartenanlagen zum Teil bebauen“.
Anderseits ging es aber auch um die Fragen, ob man das „Tempelhofer Feld“ nicht vielleicht sinnvoll nutzen könnte und Kleingartenlagen komplett unter Schutz stellen sollte.
Ich selbst habe auf all diese Fragen bislang keine, als Ultima Ratio herhalten könnende Antwort gefunden.
Wohnraum wird in Berlin immer teurer. Nachvollziehbare Stadtentwicklungspläne, insbesondere auch im Hinblick auf die Entwicklung des städtischen Klimas (und ich meine hier wirklich das, das mit Wind und Wetter zu tun hat und nicht das soziale, wobei es für letzteres auch kaum vernünftige Maßnahmenkataloge gibt) existieren nicht. Ob eine rund 230 ha große Wiese mitten in einer Großstadt ein vernünftiger Ausgleich sein kann, bleibt fraglich und Kleingärtner (ich bin selbst einer und kenne meine Nachbarn) sind ein Fall für sich …
Überschattet werden diese, schon innerstädtisch schwer aufzulösenden Konfliktpotentiale von der Frage: Ist die Stadt heute der ländliche Raum von gestern. Ist also die biologische Vielfalt in der Stadt heute größer, als auf dem, mal mehr, mal weniger, platten Land?
Josef Reichholf argumentiert im Tagesspiegel in genau diese Richtung1.
Das Schöne an Josef Reichholf ist: Er argumentiert! Er tut es oft und er tut es in viele verschiedene Richtungen! Man muss das nicht jedes Mal gut finden, aber Josef Reichholf hat Meinungen und er vertritt sie.
Solche Köpfe brauchen wir - vor allem auch wieder in der Politik!

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 01.06.2014



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1http://www.tagesspiegel.de/wissen/vogelkunde-die-nachtigall-singt-in-berlin/9971436.html