Vielfraße in der Heide

Als alter Westberliner pflege ich eine traditionelle Nähe, zu einem der ehemaligen Vorgärten der damals eingemauerten Stadt, der Lüneburger Heide.
Dort gibt es den Wildpark gleichen Namens.
Dass der mal das Konzept hatte, ausschließlich nordische Tiere zu zeigen, welches dann durch Nasenbären sowie Wasser- und Stachelschweine mit Füßen getreten wurde, ist an dieser Stelle bereits missbilligend erörtert worden.
Nun hat sich der Wildpark Lüneburger Heide in diesem Jahr Vielfraße zugelegt – eines der grandiosesten Raubtiere, das unseren Planeten bevölkert und das gut ins ursprüngliche Konzept passt.
Und was tut man in Hanstedt-Nindorf!?
Anstatt diesen, wenn sie denn wach sind, unglaublich agilen Mardern ein eigenes Gehege zu errichten, das zwei vollwertige Anlagen bereithält, auf dass man die Tiere, wenn nötig, auch vernünftig trennen können möge, müssen sie eine der uralten Bärenanlagen beziehen, die zwischenzeitlich von den Nasenbären besetzt war. Die schmeißt man aber nicht raus, sondern setzt sie nebenan auf der baugleichen, wenn auch in jüngerer Vergangenheit nach hinten erweiterten und mit Naturboden ergänzten Anlage mit den Stachelscheinen zusammen.
Heißt für die Vielfraße: Eine Anlage für zwei Tiere, in der ein paar Birkenstämme unmotiviert in der Gegend rumliegen, die keinesfalls die Struktur bieten, die einen Vielfraß davon abhalten könnte, eines Tages eine Stereotypie an den Tag zu legen.
Was mir im gesamten Park, wegen der intensiven Beschäftigung mit dieser „Anlage“ besonders sauer aufstieß, war die Tatsache, dass so gut wie alle in den Außenanlagen vorhandenen Unterschlupfmöglichkeiten der Tiere nach vorne hin offen waren, damit der Besucher auch ja Tiere zu Gesicht bekommt, auch wenn sie dann nur als schlafende Fellkugel zu sehen sind.
Das ist Präsentierteller und damit Mist!
Noch größerer Mist sind bettelnde Bären an einer Glasscheibe, neben der etwas mündet, das sich Futterrohr nennt.
Respekt vorm Tier kann so nicht vermittelt werden!

Was wir allerdings auch nicht brauchen, sind brüllende Prominente für „mehr Menschlichkeit für Tiere“, wie sie derzeit wegen zwanzigjährigen Bestehens einer Tierschutzorganisation plakatiert werden.
Im Verhältnis zu seinen tierischen Mitgeschöpfen sollte der Mensch Tierverstand walten lassen!

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 15.08.2014



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