Auf Halde

Eine Bauschuttdeponie in einer zoologischen Einrichtung, die 20 Jahre lang vor sich hingewachsen sein soll, ohne dass irgendjemand davon gewusst hat?

Als wir vor einigen Jahren den Kleingarten meiner verstorbenen Großmutter übernommen haben, um in ihrem Andenken den Garten weiter zu pflegen, wurden wir verpflichtet, die Laube abzureißen, die nachweißlich aus asbesthaltigen Eternitplatten errichtet worden war. Eine Gefahr ging von dieser Laube nur dann aus, wenn man beabsichtigte, ein Loch in eine Wand zu bohren. Jahrzehntealte, mehrlagige Farbschichten verhinderten ansonsten zuverlässig ein Austreten von Asbestfasern und von dieser eher theoretischen Gefahr wären auch nur die Nutzer dieser Laube betroffen gewesen, denn unsere Nachbarn, die ihre Gärten schon vor längerer Zeit übernommen haben, haben ihre eigenen Asbestlauben, für die aber Bestandsschutz gilt. Ich möchte irgendwie gerne alleine entscheiden können, ob ich mich und wenn ja, welchen Giftstoffen aussetze. Doch heutzutage werden volljährige, mündige Bürger ja gerne mal allerhand erzieherischen Maßnahmen ausgesetzt, auf das ihnen alles vergehe, was Spaß machen könnte.
Wir haben jetzt ein heimeliges Holzhäuschen, das macht Spaß, dahingehend ist aus unserer Sicht also alles in bester Ordnung, unter anderem auch deshalb, weil Derjenige, der die alte Laube für uns abgerissen hat, akribisch nachweisen musste, wo er welche Art von Schutt und Abfall entsorgt hat. Definitiv nichts davon ist im Tierpark Berlin Friedrichsfelde gelandet.

Warum großen Firmen eine Entsorgung von Schutt ohne regelmäßige Kontrollen des angelieferten Materials ermöglicht wird, kann man als rundumüberwachter Kleinstbürger nur schwer nachvollziehen. Wir mussten übrigens auch unsere Sickergrube, in der ein paar Fäkalien den Weg alles Irdischen nahmen, gegen eine Abwassersammelgrube austauschen, auf das wir nicht das Grundwasser verpesten.

Die andere Frage, die sich stellt ist, was sind das für Messies, die 20 Jahre lang Bauschutt ansammeln, um darauf vielleicht irgendwann mal ein paar Steinböcke herumklettern zu lassen und darf man es zulassen, dass deshalb dem Tierpark jetzt möglicherweise 20 ha Fläche abhandenkommen!?
Gebt mir 20 ha Land und ich hätte eine Menge Ideen, was man damit tiergärtnerisch alles machen könnte. Für den Zoo Berlin ist es z.B. schön, dass er einen neuen vertikalen Wirtschaftshof hat, da sich aber auf dem ehemaligen Wirtschaftshofgelände bis heute kein Riesenrad dreht, hätte man besser zooeigene Ideen darauf verwirklichen sollen.

In Bezug auf den Tierpark sollte man es jetzt ruhig angehen lassen und zunächst einmal alles daran setzen, die wirklich Schuldigen (keine Bauernopfer) in Regress zu nehmen, um ihnen gegebenenfalls den ganzen Scheiß in den eigenen Garten zu kippen.

Carsten SchöneBerlin, den 15.12.2014



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