Ana sagte nicht die Wahrheit - und im Zoo ist das auch gut so!

Ein Zoobesuch ist von Grund auf ziemlich analog: Überall dreidimensionale Strukturen, die tierischen Bewohner sind dank akustisch und olfaktorisch wahrnehmbarer Sinneseindrücke gleich noch mehrdimensionaler, kackt einem ein Vogel beim Betreten der begehbaren Freiflugvoliere in den Ausschnitt, wird es sogar noch taktil.
Die Tendenz einiger zoologischer Einrichtungen, dem digitalen Technikwahn hinterher zu hecheln, indem sie im Zoo selbst Angebote für Smartphone- und Tablet-Junkies anbieten, sei es über QR-Codes auf Informationstafeln oder dem Angebot von Hotspots oder gleich flächendeckendem W-LAN im ganzen Zoo, konterkariert den Zweck des Zoos komplett.
Wenn Homo digitalensis sich das Hirn, das sich sein Vorgänger namens sapiens über den Verzehr von Fleisch mühsam aufgebaut hat, mit sinnlosem Gedaddel wieder reduzieren möchte, dann ist das seine Entscheidung, warum ihm die Zoos während des Zoobesuchs dabei helfen müssen, erschließt sich mir nicht.
Nachbereitung in Form digital vermittelbaren Wissens ist möglicherweise eine akzeptable Idee. Im Zoo selbst gehören die elektronischen Spielzeuge ausgeschaltet - All Eyes On The Animals!

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 01.07.2015



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