AFD

Ich kann die Hysterie gegenüber der AFD nicht teilen.
Ja, die Mitglieder der Partei sind rechtskonservative, rückwärtsgewandte Schwachköpfe, die sich die Ängste verunsicherter Bürger zunutze machen, um ihr krudes Gedankengut unters Volk zu bringen. Geführt wird diese Partei, die ein wertekonservatives Verständnis von Familie pflegt, von einer Frau. Wie geht das denn, da ist doch der Herd verwaist, an den die gehört …
Dennoch: Die AFD ist eine, nach dem deutschen Parteiengesetz zugelassene Partei.
Die AFD hat dafür gesorgt, dass Nichtwähler wählen gegangen sind.
Wir hatten doch das Problem der Politikverdrossenheit in jüngerer Vergangenheit und insbesondere Landtagswahlen waren nicht gerade bekannt dafür, die Massen zu mobilisieren.
Jetzt sind mehr Menschen wählen gegangen, als zuvor und jetzt finden wir nicht gut, wen sie gewählt haben.
Dabei sollten wir bedenken, dass die Mehrheiten die jeweiligen Amtsinhaber gewählt haben, sie haben sich also für Kontinuität und der daraus möglicherweise resultierenden Stabilität und Sicherheit entschieden.
Das Abendland, vor dessen Untergang die AFDler so viel Angst haben, wird nicht durch die AFD untergehen. Jetzt müssen sich deren Mitglieder in den Parlamenten in den Niederungen der Landespolitik, im Plenum, in Ausschüssen und Arbeitsgruppen beweisen. Jetzt müssen sie ihren Wählern beweisen, dass sie in der Lage sind, Parolen in Politik umzumünzen und von Parteimitgliedern zu Politikern zu werden - daran sind schon andere gescheitert.
Die AFD wird sich im politischen Alltag selbst entzaubern - wäre nur schön, wenn diejenigen, die wieder Lust bekommen haben, wählen zu gehen, das auch weiterhin täten, wir brauchen eine starke Demokratie. Mehrheiten sollten die herrschende Meinung bestimmen - solange diese sich innerhalb des Rahmens bewegen, den die Menschenrechte und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vorgeben und solange die Meinungsbildungsprozesse der Mehrheit aus der Benutzung derer Gehirne und nicht ihrer Nebennieren resultieren.

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 15.03.2016