Blaukappenhäherling

Was als Wort eher rumplig, holperig und unnötig verniedlicht daherkommt, ist als lebendes Tier gar einnehmend in Optik, Akustik und Körpersprache.
Möglicherweise sind das ja drei Gründe, warum man sich in Dresden, nachdem dort in jüngerer Vergangenheit eher langweilige Zoobewohner im Fokus standen, nun offenbar doch wieder der wichtigsten Aufgabe eines Zoologischen Gartens in der heutigen Zeit besinnt: Der Haltung und Zucht bestandsbedrohter Tierarten!
Zu diesem Zweck zogen ebenjene Blaukappenhäherlinge ein, von denen bis zum Jahre 2000 nicht klar war, ob es sie in der heutzutage allerorts nur noch mäßig freien Wildbahn überhaupt noch gibt.
Die Vögel, die der Zoo Dresden jetzt hält, stammen von einem privaten Züchter. Das ist etwas, das private Vogelhalter heutzutage tun sollten: Bestandsbedrohte Arten halten und züchten!
Wie wir aus diesem Zusammenhang erfahren: Sie tun es!
Und ja, der Blaukappenhährling ist bedroht, weil er in seiner ursprünglichen Heimat noch immer für die Käfighaltung gefangen wird. Kein Mensch, der gut zu Vögeln ist (ich kann nichts für ihre Fantasien) setzt seine Tiere als Deko-Elemente in Käfige. Stattdessen werden sie in üppig bepflanzten Volieren zur Zucht gebracht und mit jeder erfolgreichen Brut wächst die Chance, dass eines Tages wieder Blaukappenhäherlinge aus Volieren in ihre ursprüngliche Heimat ziehen können - wo „natürlich“ parallel für partielle Wildbahnigkeit gesorgt werden muss.
Das nennt man Artenschutz!

Ihr
Carsten SchöneBerlin, den 01.11.2016




P.S.:
Wer Feuerwiesel, diese phonetisch, wie olfaktorisch, optisch und körpersprachlich geradezu berauschenden Raubtiere als „richtige Langweiler“ bezeichnet, hat sich als Kommentator zum Thema „Blaukappenhäherling“ eigentlich disqualifiziert.

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Quellen: